Volos Hafenstadt

Volos Stadt von Jason und die Argonauten

Volos (griechisch Βόλος ) ist eine griechische Hafenstadt und Gemeinde (Dimos) am Pagasitischen Golf in der Region Thessalien. Die Kernstadt hat 82.439 Einwohner (2001). In der Gemeinde Volos, die 2010 durch Eingemeindungen erheblich vergrößert wurde, leben mittlerweile 142.923 Menschen.

Östlich und südöstlich von Volos erstreckt sich die Halbinsel des Pilion-Gebirges in das Ägäische Meer und bildet damit die östliche Begrenzung des Pagasitischen Golfs. Volos liegt ungefähr auf halber Strecke der Luftlinie zwischen Thessaloniki im Norden Griechenlands und Athen im Süden.

Die Stadt am Fuße des Pilion-Gebirges wurde im 19. Jahrhundert unterhalb des antiken Iolkos gegründet, von dem der Sage nach die Argonauten zu ihrer Fahrt nach Kolchis aufbrachen. Der an einem geschützten Meerbusen gelegene Hafen wurde bald zu einem wichtigen Handelszentrum im östlichen Mittelmeerraum. Heute operiert von hier eine Fähre zu den Sporaden.

Geschichte

Im Altertum lagen hier drei Städte dicht zusammen: Iolkos, Demetrias und Pagasae. An der Straße zum Strand Alikies befinden wurden Ausgrabungen durchgeführt. Der moderne Name Volos lässt sich mit einiger Sicherheit auf den antiken Namen Iōlkos zurückführen (< Mittelgr. Golos < Türk. Yolkaz < Altgr. Iōlkos).

Im Zweiten Weltkrieg lagen auf dem Flughafen bei Volos mehrere deutsche Verbände. Wie in anderen griechischen Orten sollten 1943 auch in Volos die etwa 900 Juden von der Wehrmacht verhaftet und in Vernichtungslager deportiert werden. In einer denkwürdigen Rettungsaktion, an der auch der deutsche Konsul Helmut Scheffel beteiligt war, gelang es dem orthodoxen Erzbischof Joakim in kürzester Zeit, die 900 Menschen auf 24 Piliondörfer zu verteilen und dort unter Mithilfe der örtlichen Bevölkerung mit neuer Identität zu versehen oder zu verstecken. Gleichwohl wurden 155 Mitglieder der jüdischen Gemeinde von den Nazis in Griechenland oder in den Vernichtungslagern ermordet.Siehe auch Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
1955 wurde der historische Stadtkern bei einem Erdbeben zu großen Teilen zerstört. Der Wiederaufbau führte zu einem modernen Stadtbild fast ohne historische Gebäude. Sehenswert war vor allem eine alte Markthalle (v. a. Fischmarkt), die jedoch 2006 abgerissen wurde. Am Hafen erinnert ein Denkmal an die Ausfahrt der Argonauten.

Volos war Austragungsort von Vorrundenspielen des olympischen Fußballturniers der Frauen und Männer bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen. Seit den Spielen hat Volos ein großes modernes Fußballstadion mit 22.000 Plätzen, das Panthessaliko Stadio.

Bevölkerung, Verwaltung, Politik Volos

Die Zahl der Einwohner von Volos, einem Handels- und Wirtschaftszentrum im südlichen Thessalien, nahm seit 1881 erheblich zu. Einen Schub der Einwohnerzahl bedingte auch die griechische Niederlage im griechisch-türkischen Krieg von 1919 bis 1922 mit dem nachfolgend im Vertrag von Lausanne 1923 vereinbarten „Bevölkerungsaustausch“ zwischen Griechenland und der Türkei. Dies führte für Volos zu einer Ansiedlung von griechischen Flüchtlingen aus Kleinasien sowie zur erzwungenen Auswanderung des türkischen Bevölkerungsteils in die Türkei. In dieser Zeit entstand für die Flüchtlinge aus Kleinasien das Stadtviertel „Nea Ionia“. Die Einwohnerzahl von Volos wuchs von 1920 bis 1928 sehr stark. Von den 47.892 Einwohnern 1928 waren 13.733 Flüchtlinge aus Kleinasien.In der Zeit des Zweiten Weltkriegs von 1941 bis 1944 sowie in der Zeit des griechischen Bürgerkrieges 1946 bis 1949 wuchs die Bevölkerungszahl erneut stark. Zwischen 1928 und 1940 betrug das Bevölkerungswachstum 14,7%.